Was Sie schon immer über Wi-Fi 6 wissen wollten

41Aufrufe 28. September 2021 0

1. Was kann Wi-Fi 6 besser als Wi-Fi 5?

Wi-Fi 6 ermöglicht gegenüber Wi-Fi 5 höhere Datenraten und konnte die Datenraten um einen Faktor von 1,4 steigern. Dies wurde durch die Einführung einer dichteren Modulation, 1024-QAM statt 256-QAM, erreicht. In der Praxis sind diese hohen Datenraten aber eher sekundär, da diese nur bei geringen Entfernungen zum Access Point erreicht werden können.

Viel wichtiger sind die effektiven Verbesserungen, die bei der Datenübertragung erreicht werden. So ermöglicht OFDMA eine effizientere Übertragung kleinere Datenpakete. Kleinere Datenpakete sind z.B. die sogenannten Management-Pakete, die regelmäßig zwischen Access Points und Clients ausgetauscht werden. Speziell in Anwendungen mit sehr vielen Clients blockieren diese Management Pakete oftmals den Übertragungskanal. Neben weiteren neuen Detailverbesserungen (BSS-Coloring, verbessertes MU-MIMO) sorgt gerade OFDMA dafür, dass die Wartezeiten beim Versenden von Nutzdaten deutlich reduziert werden. Diese Effizienzsteigerung sorgt bei der zur Verfügung stehenden Airtime (Übertragungszeit) dafür, dass Wi-Fi 6 deutlich bessere Performance bei hohen Teilnehmerzahlen bietet. Szenarien mit hohen Teilnehmerzahlen bzw. Nutzerdichten werden auch als High Density Networks bezeichnet.

2. Hat Wi-Fi 6 mehr Reichweite?

Wi-Fi 6 verwendet die gleichen Frequenzen wie die bisherigen WLAN Standards, daher ist die Dämpfung, die durch Wände, Betondecken usw. hervorgerufen werden identisch. Ebenso ist die erlaubte Sendeleistung und somit die absolute Reichweite identisch zu den vorherigen WLAN Standards.

Im Gegensatz zum bintec W2022ac und auch zum bintec W2022ax hat der bintec W2044ax statt vier jetzt acht Antennen, dies erhöht die Empfangsempfindlichkeit des Access Points. Dadurch sind die Verbindungen bei größerer Entfernung zwischen Access Point und dem WLAN-Client stabiler und etwas performanter.

3. Bringt ein Wi-Fi 6 Access Point Vorteile, wenn meine Endgeräte nur Wi-Fi 5 unterstützen?

Wi-Fi 6 ist zu allen bisherigen WLAN Standards rückwärts kompatibel und kann daher auch problemlos mit Wi-Fi 5 Endgeräten eingesetzt werden. Die maximal erzielbaren Datenraten entsprechen naturgemäß den Datenraten, die mit Wi-Fi 5 erreicht werden können. Es hat sich aber gezeigt, dass bei mittleren Entfernungen zum Access Point der Durchsatz – beispielsweise bei Verwendung eines bintec W2044ax mit seinen acht Antennen – deutlich höher ist.

4. Ist Wi-Fi 6 auch im 2,4 GHz Band verfügbar?

Wi-Fi 5 (802.11ac) ist nur im 5 GHz Band verfügbar. Ein Wi-Fi 5 Access Point unterstützt im 2,4 GHz Band lediglich Wi-Fi4 (802.11n). Damit ist bei 20 MHz Kanalbandbreite und MIMO 2×2 maximal 150Mbit/s Bruttorate möglich. Wi-Fi 6 (802.11ax) bietet hier einen Vorteil und realisiert den neuen Standard auch im 2,4 GHz Band. Bei 20 MHz Kanalbandbreite und MIMO 2×2 sind 270 Mbit/s Bruttorate möglich. Dadurch, dass Wi-Fi 6 jetzt auch MU-MIMO im 2,4 GHz Band ermöglicht, kann ein MU-MIMO 4×4 Access Point – wie der bintec W2044ax – eine Gesamtbruttodatenrate im 2,4GHz Band von 573 Mbit/s bei 20 MHz Kanalbandbreite bzw. 1147 Mbit/s bei 40 MHz Kanalbandbreite erzielen.

5. Ist 40 MHz Kanalbandbreite im 2,4 GHz Band sinnvoll?

Im 2,4 GHz Band stehen nur drei überlappungsfreie 20 MHz Kanäle (1, 6, 11) zur Verfügung. Ein
40 MHz Kanal belegt das 2,4 GHz Band nahezu vollständig. Daher ist es in Installationen mit mehr als einem Access Point nicht sinnvoll, 40 MHz Bandbreite zu verwenden.

Wird nur ein Access Point, z.B. in einem kleinen Büro eingesetzt, wird fast immer ein Access Point in der Nachbarschaft den Betrieb mit 40 MHz Kanalbandbreite verhindern. Unsere aktuellen Wi-Fi 5 und Wi-Fi 6 Access Points unterstützen den Betrieb mit 40 MHz Kanalbandbreite im 2,4 GHz Band. Dabei wird aber immer automatisch geprüft, ob die notwendigen Kanäle frei sind (Koexistenz-Check), um die Leistung anderer Access Points nicht zu beeinträchtigen. Die 40 MHz Kanalbandbreiteneinstellung ist nur in der lokalen GUI des Access Points verfügbar, da bei gemanagten Lösungen ein Betrieb mit 40 MHz nicht sinnvoll ist.

6.Unterstützt Wi-Fi 6 Seamless Handover?

Gemeint ist hier der schnelle, nicht bemerkbare Wechsel von einen Access Point zum nächsten Access Point – bei beweglichen Clients. Die korrekte Funktion des Seamless Handover hängt von zahlreichen Parametern ab und hat zunächst mit dem Wi-Fi 6 Standard nichts zu tun. Bei der Installation der Access Points sollte darauf geachtet werden, dass sich die Funkzellen der Access Points überlappen, so dass möglichst überall ein Empfangspegel – besser als -70 dBm – erreicht wird. Die Access Points bintec W2022ac, bintec W2022ax und bintec W2044ax unterstützen die wichtigen Protokolle (802.11k, 802.11v), die dem WLAN-Client helfen, rechtzeitig die richtige und frühzeitige Entscheidung zum Wechsel des Access Points zu treffen. Ein weiteres wichtiges Protokoll, um den schnellen Handover zu optimieren, ist 802.11r.
802.11r beschleunigt die schnelle Wiederherstellung der WLAN Security (WPA2, WPA3…) nach einem Wechsel des Access Points. Wichtig ist auch, dass das verwendete Endgerät (z.B. Smartphone) die genannten Protokolle unterstützt. Zahlreiche ältere Endgeräte unterstützen diese Protokolle noch nicht oder nur unvollständig.

Fazit: Die optimale Funktion von „Seamless Handover“ hängt vom richtigen Zusammenspiel zwischen Access Point und Endgerät ab.

7. Der bintec W2044ax bietet 3,5 Gpbs Übertragungsrate – mit welcher Datenrate kann ich in der Praxis rechnen?

Das 5 GHz Funkmodul ermöglicht maximal 2,4 Gbit/s Bruttorate, das 2,4 GHz Funkmodul 1,1 Gbit/s. Wenn Sie ein hochwertiges Notebook mit integriertem Wi-Fi 6 verwenden, wird sich dieser mit dem 5 GHz Funkmodul des bintec W2044ax verbinden. Üblicherweise verwenden die meisten Notebooks MU-MIMO 2×2 Technik, das Notebook nutzt also nur zwei Antennen des MU-MIMO 4×4 W2044ax. Daher wird die maximal erzielbare Bruttorate bei kurzen Entfernungen von 2,4 Gbit/s auf 1,2 Gbit/s reduziert. Die Nettoraten liegen üblicherweise bei 50-60% der Bruttorate, so dass etwa 700-800 Mbit/s realistisch sind. Sobald die Entfernung zwischen Access Point und Notebook größer wird, reduzieren die Geräte die Übertragungsrate, um eine sichere Übertragung zu gewährleisten.

Die maximale Übertragungsrate kann erreicht werden, wenn zahlreiche WLAN-Endgeräte sich gleichzeitig mit dem Access Point verbinden, hierbei werden zeitgleich alle Antennen des bintec W2044ax ausgenutzt.

8. Benötige ich unbedingt einen 2,5 Gbps Switch?

Der Ethernet Anschluss des bintec W2044ax und des bintec W2022ax ist ein sogenannter Multi-Gigabit Anschluss und erlaubt den Betrieb mit 100 Mbit/s, 1 Gbit/s oder mit 2,5 Gbit/s Switchen. In vielen Einsatzszenarien wird ein 1 Gbit/s Switch vollständig ausreichen, um alle WLAN-Clients mit guter Performance zu bedienen.

9. Benötige ich unbedingt einen Switch der PoE 802.3at (28 Watt) unterstützt?

Für den Betrieb des bintec W2022ax genügt ein PoE Switch nach 802.3af (15,4 Watt). Für den Betrieb des High-End Access Points bintec W2044ax wird ein PoE Switch nach 802.3at (28 Watt) benötigt oder alternativ ein 230V Steckernetzteil (5999027522).

10. Mein Kunde ist mit der Performance seines WLAN-Netzes nicht zufrieden, kann ich die alten WLAN Access Points einfach durch die neuen Wi-Fi 6 Access Points ersetzen?

Im Prinzip ja, aber gerade, wenn der Kunde nicht zufrieden war, sollte man überprüfen, ob die bisherigen Standorte der Access Points geeignet sind, um im 2,4 GHz und im 5 GHz Band eine ausreichende Funkversorgung zu gewährleisten. Besonders bei älteren Installationen, die ursprünglich für 2,4 GHz optimiert wurden, gibt es oft im 5 GHz Band Lücken in der Funkausleuchtung. Hier ist es sinnvoll, das Netz um weitere Access Points zu ergänzen.